Erweiterte Sorgfaltspflichten – Wie man Hochrisikokunden identifiziert und mit ihnen umgeht
Geschäftsbeziehungen bergen stets Risiken, deren Bewältigung sorgfältig umgesetzte Maßnahmen erfordert. Unternehmen und Finanzinstitute sind dazu verpflichtet. AML/CFT-Vorschriften Um internationale Standards zu erfüllen, müssen Unternehmen die Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden einführen. Abhängig vom Risiko, das mit einem potenziellen Kunden verbunden ist, müssen sie die Sorgfaltspflichtverfahren befolgen, die es ihnen ermöglichen, Finanzkriminalität wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen.
Um festzustellen, ob es sich bei ihren Kunden um legitime Unternehmen handelt, ist die Kundenprüfung obligatorisch. Diese beinhaltet die Überprüfung der Kundenidentität. Bei Unternehmen mit hohem Risiko ist dieses grundlegende Verfahren jedoch nicht mehr ausreichend.
Die Notwendigkeit verstärkter Sorgfaltspflichten
Die fortschrittlichste Maßnahme zur Minderung der Risiken von Finanzkriminalität, verstärkte SorgfaltspflichtDies beinhaltet einen komplexen Mechanismus zur Durchführung detaillierter Hintergrundprüfungen von Kunden. Wird ein potenzieller Kunde als Hochrisikounternehmen eingestuft, kann eine erweiterte Sorgfaltsprüfung dessen Eintrag auf nationalen oder internationalen Sanktionslisten bestätigen. Angesichts der zunehmend strengeren KYC/AML-Anforderungen der Finanzaufsichtsbehörden können Unternehmen auf robuste Maßnahmen wie die erweiterte Sorgfaltsprüfung zurückgreifen, um Geldwäsche einzudämmen.
Erweiterte Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence, EDD) umfassen in der Regel eine Reihe von Prüfungen, die bei Verdacht auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung durchgeführt werden. Dabei werden detaillierte und vertrauliche Informationen über den Kunden und, im Falle von Unternehmen, vollständige Informationen über deren … angefordert. wirtschaftliche Eigentümer (UBOs)Darüber hinaus verlangt der Prozess vom potenziellen Kunden oder Unternehmen, den Grund für die Geschäftsbeziehung anzugeben und Nachweise über frühere Transaktionen vorzulegen.
Worin unterscheidet sich EDD von CDD?
Je nach den von einem Unternehmen angewandten Risikobewertungsmaßnahmen und den häufigsten Kundentypen variiert der Aufwand für die Sorgfaltsprüfung. Die Feststellung, ob ein potenzieller Kunde ein Hochrisikounternehmen darstellt, erfordert jedoch eine sorgfältige Prüfung. Kunden-Due-Diligence Nach der Identitätsprüfung werden die Kunden in die Risikokategorien niedrig, mittel und hoch eingeteilt. Sobald die erweiterte Sorgfaltsprüfung (Enhanced Due Diligence, EDD) beginnt, werden alle Kundendaten überprüft, darunter die Herkunft des Geldes, die Gründe für die Transaktionen und offizielle Unterlagen von Finanzinstituten, einschließlich Registrierungsformularen.
Im Gegensatz zur Kundenprüfung (Customer Due Diligence, CDD) erfordert die erweiterte Sorgfaltsprüfung (Enhanced Due Diligence, EDD) zusätzliche Informationen vom Kunden, darunter Bankverbindungen und Angaben zu früheren Bankkonten. Bei Unternehmen sind Informationen zu aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie wirtschaftlich Berechtigten (Economic Owners, UBOs) erforderlich. Nur Unternehmen, die strategische Risikobewertungsmaßnahmen anwenden, können entscheiden, wann eine erweiterte Sorgfaltsprüfung notwendig ist. Fehlinterpretationen können rechtliche Komplikationen nach sich ziehen. Idealerweise ist die erweiterte Sorgfaltsprüfung obligatorisch, wenn ein Unternehmen eine neue Dienstleistung oder ein neues Produkt beantragt, abhängig von der Art der Dienstleistung oder des Produkts. Auch bei zunehmenden Risiken in einer bestehenden Geschäftsbeziehung ist eine EDD ratsam.
Darüber hinaus wird geprüft, ob der potenzielle Kunde oder das Unternehmen in der Liste politisch exponierter Personen (PEP) aufgeführt ist. Auch Familienangehörige, Freunde und Geschäftspartner werden in den PEP-Listen identifiziert. Handelt es sich beim Kunden um einen vermögenden Politiker oder einen russischen Oligarchen, können durch eine verstärkte Sorgfaltsprüfung mögliche Verwicklungen in Geldwäsche- und Korruptionsfälle aufgedeckt werden. Nicht nur die Art der Tätigkeit oder Verbindungen zu politischen Parteien sind Warnsignale für Hochrisikounternehmen, sondern auch Kunden aus Hochrisikogebieten oder solche, die unter staatlicher Aufsicht stehen. Financial Action Task Force (FATF)Kunden und Unternehmen mit Verbindungen zum Waffenhandel und zum Glücksspielsektor sind ein eindeutiges Warnsignal, da sie ständig nach Möglichkeiten suchen, die Erträge aus Straftaten zu waschen.
Die Bedeutung verstärkter Sorgfaltspflichten
Selbst im Idealfall können Unternehmen und Finanzinstitute nicht alle Arten von Hochrisiko-Unternehmen identifizieren. Denn die oben genannten typischen Beispiele für Hochrisikokunden sind die offensichtlichen Fälle – die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, diejenigen zu erkennen, die keine offensichtlichen Verbindungen zu politischen Akteuren oder Hochrisikogebieten haben. Diese Kunden, oder auch Kriminelle, müssen sorgfältig auf subtile Risikoindikatoren hin überprüft werden. Kurz gesagt: Eine verstärkte Sorgfaltspflicht ist unerlässlich, um zu vermeiden, in Geldwäschefälle mit hohem Risiko verwickelt zu werden, die Unternehmen in Schwierigkeiten bringen.
In 2019 stellte das US Securities and Exchange Commission Die US-Börsenaufsicht SEC erließ eine Anordnung gegen die Credit Suisse Group AG wegen Betrugs und Verstößen gegen Geldwäschebestimmungen. Laut Bloomberg musste die Credit Suisse insgesamt 475 Millionen US-Dollar an die SEC, das US-Justizministerium und die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA als Entschädigung zahlen. Dieser Fall verdeutlicht insbesondere, wie wichtig es ist, die Hintergründe von Kunden in Finanzinstituten zu überprüfen, um Kriminellen nicht bei ihren illegalen Machenschaften zu helfen.
Empfohlene Lektüre: Die FCA verhängt eine Geldstrafe von 147 Millionen Pfund gegen Credit Suisse wegen Versäumnissen bei der Sorgfaltspflicht.
Identifizierung der Risikofaktoren für Finanzinstitute
Als Präventivmaßnahme sind Unternehmen und Finanzinstitute verpflichtet, die mit jedem Kunden verbundenen Risiken zu analysieren und verdächtige Transaktionen zu melden. Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Risikofaktoren unterscheiden: kundenbezogene, regionale oder länderspezifische sowie produkt- und servicebezogene. Zu den Risikofaktoren bei Kunden zählen bargeldintensive Geschäfte, Verbindungen zu politisch exponierten Personen (PEP) und ausländische Kunden. Geografische Risikofaktoren entstehen, wenn ein Unternehmen oder eine Einrichtung an einem als risikoreich eingestuften oder unter Aufsicht stehenden Standort ansässig ist.
Produkte und Dienstleistungen bergen Risiken im Zusammenhang mit Geschäftsbedingungen sowie Transaktionen, die mit illegalen Aktivitäten verknüpft sind. Unternehmen müssen diese Risiken hinsichtlich Transparenz, Komplexität und Art der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen bewerten. Bei Transaktionen mit mehreren Beteiligten aus verschiedenen Ländern ist eine verstärkte Sorgfaltsprüfung unerlässlich.
Wichtige Erkenntnisse
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine verstärkte Sorgfaltsprüfung der Schlüssel zur Bekämpfung von Hochrisikokunden und Finanzkriminalität ist. Der Prozess erfordert die Erfassung aller wichtigen und weniger wichtigen Details der Transaktion, um eine genaue Überprüfung zu gewährleisten. Neben einer gründlichen Identitätsprüfung bietet die verstärkte Sorgfaltsprüfung zahlreiche weitere Vorteile. Sie stärkt die Glaubwürdigkeit von Unternehmen gegenüber anderen Geschäftspartnern und Kunden.
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