Facebook und LinkedIn schließen sich Twitters Klage an und fordern Clearview AI auf, das Sammeln von Nutzerbildern einzustellen.
Nach dem kritischen Bericht der New York Times über die Gesichtserkennungstechnologie von Clearview AI im Vormonat sah sich das Unternehmen mit Klagen konfrontiert. Twitter hatte als erstes Unternehmen eine Unterlassungserklärung versandt und Clearview darin unmissverständlich aufgefordert, die Datensammlung seiner Nutzer einzustellen.
Nun hat sich auch Facebook der Klage angeschlossen und Clearview AI aufgefordert, die Datenerfassung von der sozialen Plattform für ihre umstrittene Gesichtserkennungstechnologie einzustellen. Der Unternehmenssprecher erklärte dazu: Aussage
„Das Auslesen von Nutzerdaten verstößt gegen unsere Richtlinien. Deshalb haben wir Clearview aufgefordert, den Zugriff auf und die Nutzung von Informationen von Facebook und Instagram einzustellen.“
LinkedIn schloss sich Facebook einen Tag später an und forderte dasselbe von Clearview AI. Obwohl Facebook keine Klage einreichte, ging LinkedIn – ähnlich wie YouTube und Twitter – mit einer Unterlassungserklärung gegen das Unternehmen vor.
In einer Stellungnahme gegenüber BuzzFeed News sagte der LinkedIn-Sprecher:
„Wir senden Clearview AI ein Unterlassungsschreiben. Das Auslesen von Mitgliederdaten ist gemäß unseren Nutzungsbedingungen nicht gestattet, und wir ergreifen Maßnahmen zum Schutz unserer Mitglieder.“
Hier ein LinkedIn-Sprecher zu Clearview AI:
„Wir senden Clearview AI ein Unterlassungsschreiben. Das Auslesen von Mitgliederdaten ist gemäß unseren Nutzungsbedingungen nicht gestattet, und wir ergreifen Maßnahmen zum Schutz unserer Mitglieder.“
— Ryan Mac ? (@RMac18) 6. Februar 2020
Facebook hat Clearview mehrere Schreiben zukommen lassen, in denen das Unternehmen aufgefordert wird, seine Richtlinien zu präzisieren und transparent über diese zu informieren. Anhand dieser Schreiben prüft Facebook, ob es – wie andere Unternehmen auch – eine Unterlassungsklage einreichen wird.
Selbst nachdem große Technologiekonzerne sich zu Wort gemeldet haben, argumentiert Hoan Ton-That – CEO von Clearview AI –, dass sie das Recht haben, die Daten zu nutzen, da diese öffentlich zugänglich sind.
„Es gibt auch ein verfassungsmäßiges Recht auf Zugang zu öffentlichen Informationen. Unser System ist so aufgebaut, dass es ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen verwendet und diese entsprechend indexiert.“
Das Unternehmen holt jedoch keine ausdrücklichen Genehmigungen zur Verwendung von Bildern ein, die ihm rechtliche Probleme bereiten könnten.
