Erhöhung der Geldwäschestrafen für Banken nach dem Lockdown
Trotz der durch den Lockdown bedingten Verzögerungen bei den Strafverfolgungsmaßnahmen steigen die weltweit gegen Banken verhängten Geldwäschestrafen und werden voraussichtlich das Niveau von 2019 erreichen. Analysten prognostizieren zudem einen Anstieg der pandemiebedingten Strafen bis Ende des Jahres.
Gemäß Philip AnnettAufsichtsbehörden wie das Justizministerium und die Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority) in Großbritannien sowie die Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) in den Vereinigten Staaten werden wahrscheinlich Untersuchungen wegen Fehlverhaltens während des Lockdowns ankündigen.
Die globalen Finanzbehörden verhängten Bußgelder in Höhe von 5.6 Milliarden US-Dollar gegen Banken wegen Verstößen gegen die Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML), zur Identifizierung von Kunden (KYC) und zu Sanktionen. Laut einer Studie war dies ein Rückgang um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Vereinigte Königreich gehört zu den Staaten, in denen die Behörden bis Juli 2020 zwei Geldbußen wegen Verstößen gegen Geldwäschebestimmungen oder Sanktionen verhängten. Die Gesamtsumme der Bußgelder belief sich auf 72.9 Millionen US-Dollar. Eine dieser Bußgelder wurde im April vom Financial Sanctions Implementation Office gegen Standard Chartered verhängt. Die andere wurde im Juni von der FCA gegen die Commerzbank AG verhängt. Im Jahr 2019 verhängte das Land jedoch fünf Bußgelder mit einer Gesamtsumme von 224.8 Millionen US-Dollar.
Auch nach 2020 müssen Banken mit Untersuchungen und Geldstrafen wegen Fehlverhaltens während der COVID-19-Pandemie rechnen. Laut Rechtsexperten werden Betrugsfälle im Zusammenhang mit medizinischen Gütern, Masken und anderen pandemiebedingten Verträgen im Fokus der Aufsichtsbehörden stehen. Die Genehmigung von Betrugsanträgen auf staatliche Fördermittel hat die Wirksamkeit der Kontrollsysteme im Bankwesen infrage gestellt.
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