Irland fordert verpflichtende Identitätsprüfung auf sozialen Plattformen in der gesamten EU
DUBLIN, Irland – 30. Dezember 2025 – Irland übernimmt von Juli bis Dezember 2026 die EU-Ratspräsidentschaft. Die irische Regierung wird voraussichtlich weitreichende Änderungen vorschlagen, um Online-Missbrauch zu bekämpfen. Vizepremierminister Simon Harris gab Anfang der Woche bekannt: Irland wird sich europaweit an die Spitze der Bewegung für die Einführung verpflichtender Maßnahmen gegen Online-Missbrauch durch Social-Media-Unternehmen setzen. ID-Überprüfung.
Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bekämpfung anonymer Konten und Bots, die zu Online-Missbrauch beitragen. Harris wies darauf hin, dass Plattformen, auf denen man sich hinter der Anonymität verstecken kann, zu Brutstätten für schädliche Inhalte und Manipulation werden, und dass Bots dabei eine zentrale Rolle spielen, indem sie entweder aktiv Desinformation verbreiten oder Menschen zu ungebührlichem Verhalten im Internet anstiften.
„Wir haben in Irland tatsächlich ein digitales Schutzalter von 16 Jahren, aber das wird ignoriert“, sagte Harris in einem Interview mit Extra.ie. „Für mich ist das ein riesiges Problem, und zwar nicht nur hier in Irland, sondern in ganz Europa. Wir müssen dieses Problem der anonymen Bots in den sozialen Medien wirklich angehen.“
Die irische Regierung nutzt ihre EU-Ratspräsidentschaft nun effektiv, um Druck auszuüben für ID-verifizierte soziale Medien Konten in der gesamten Union. Irlands Initiative deckt sich mit den Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen sozialer Medien, insbesondere im Hinblick auf die Verbreitung von Fehlinformationen, Hassrede und schädlichem Verhalten. Die Einführung einer obligatorischen Ausweiskontrolle könnte den Behörden helfen, Personen, die beispielsweise Falschinformationen verbreiten oder Belästigungskampagnen organisieren, zu überwachen und zur Rechenschaft zu ziehen.
Doch gerade als Irland die Einführung dieser Initiative vorbereitet, könnte es auf Widerstand aus den USA stoßen. Der anhaltende Streit zwischen den USA und der EU über die Regulierung von Technologieunternehmen hat sich verschärft, da die Trump-Regierung Bedenken hinsichtlich der EU-Technologievorschriften geäußert hat. Die USA warnten, dass Maßnahmen wie die obligatorische Identitätsprüfung Sicherheitsrisiken bergen und den internationalen Datenaustausch beeinträchtigen könnten.
Diese Woche verhängten die USA Einreiseverbote gegen fünf hochrangige Persönlichkeiten aus Europa, darunter den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton und den Forscher Imran Ahmed. Die USA äußerten Bedenken hinsichtlich des Einflusses der EU auf amerikanische Technologieunternehmen, insbesondere im Hinblick auf deren Regulierungsansatz für die Technologiebranche. Die USA argumentieren, dass die zunehmende Beteiligung der EU an der Technologieregulierung erhebliche Auswirkungen auf internationale Geschäftspraktiken haben könnte.
Da Irland sich darauf vorbereitet, in dieser Frage die EU-Ratspräsidentschaft zu übernehmen, dürfte das Land eine führende Rolle in der globalen Debatte über mehr Verantwortung in den sozialen Medien und den Schutz der Nutzer vor digitalen Gefahren einnehmen. Dies könnte einen echten Wendepunkt für Europa darstellen, und Irland wird einer der Akteure sein, die diese politischen Veränderungen vorantreiben.
