Swedbank mit Geldstrafe belegt und weiterhin von US-Behörden untersucht
Während die Danske Bank auf das Urteil der US-Regulierungsbehörden wegen ihrer Verwicklung in Europas größten Geldwäscheskandal aller Zeiten wartet, sind die Führungskräfte der Swedbank zu Recht besorgt.
Im Jahr 2018 gerieten leitende Angestellte der Swedbank in Panik, nachdem Berichte über Geldstrafen gegen den Konkurrenten Danske Bank wegen mutmaßlicher Straftaten im Baltikum erschienen waren. Inzwischen hat die Danske Bank die Abwicklung verdächtiger Gelder im Rahmen eines der größten Geldwäscheskandale Europas eingeräumt.
Die Swedbank wurde in Schweden mit einer Geldstrafe belegt und wird derzeit von den US-Behörden untersucht. Letzte Woche veröffentlichte die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität Beweismaterial in Form von E-Mail-Korrespondenz, Berichten und Zeugenaussagen. Das Beweismaterial umfasst bis zu 4,000 Seiten und deutet darauf hin, dass Führungskräfte der Swedbank sich der erheblichen Verbindungen zu potenzieller Geldwäsche bewusst waren.
Auf Nachfrage von Außenstehenden zeigte sich die ehemalige Vorstandsvorsitzende Birgitte Bonnesen jedoch kaum besorgt über solche Risiken. Die Beweisdokumente wurden daraufhin veröffentlicht, um die Betrugsvorwürfe gegen Bonnesen zu untermauern.
Darüber hinaus wird der ehemaligen Geschäftsführerin vorgeworfen, am 18. Februar 2019 vertrauliche Informationen weitergegeben zu haben, indem sie Investoren vorab über ein Untersuchungsprogramm informierte. Bonnesen wurde im März desselben Jahres abgesetzt, bestreitet die Vorwürfe aber weiterhin.
„Es besteht kein Zweifel daran, dass Birgitte Bonnesen zum Sündenbock gemacht wurde.“ Ihre Anwälte Per Samuelson und Christina Bergenstein von der Anwaltskanzlei SSW erklärten in der Klageschrift, dass ihre Aussagen wie folgt beschrieben wurden: „völlig normale Aspekte ihrer Arbeit als CEO“, fügte er hinzu, dass es „einfach ihre Pflicht war, dazu Stellung zu nehmen“.
Im Jahr 2020 verhängten die schwedischen Behörden gegen die Swedbank eine Rekordstrafe von 4 Milliarden Kronen (597.6 Millionen Singapur-Dollar) wegen Verstößen gegen die Geldwäschebestimmungen. Die schwedische Zeitung Dagens Industri berichtete zudem, dass das US-Justizministerium, das FBI und die Bundesstaatsanwaltschaft in New York gegen nordische Banken ermitteln.
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