Britische Finanzaufsichtsbehörde setzt auf Echtzeit-Überwachung von Online-Kriminellen
Die FCA durchsucht tagtäglich das Internet, um Cyberkriminelle aufzuspüren, da die Zahl der ausgegebenen Warnungen ständig zunimmt.
Aufgrund des stetig zunehmenden Online-Betrugs ist die britische Finanzaufsichtsbehörde gezwungen, täglich in Echtzeit gegen Internetbetrüger vorzugehen. Ein Vertreter der FCA (Financial Conduct Authority) erklärte, dass Betrüger häufig außerhalb des Landes ansässig seien, weshalb dieser Schritt notwendig sei.
Der Leiter der Durchsetzungsabteilung der FCA, Mark Steward, erklärte, dass die Warnung zur Grundlage des Kampfes gegen die zunehmenden Finanzbetrügereien geworden sei, insbesondere seit Beginn der Pandemie da der Lockdown mehr Menschen ins Internet verlagerte.
Im Vorjahr gab die FCA 1200 Warnungen vor Betrugsmaschen in sozialen Medien heraus, die von Scheinfirmen begangen wurden, da diese von der britischen Aufsichtsbehörde nicht reguliert werden. Die Anzahl der Warnungen war doppelt so hoch wie im Jahr 2019, erklärte Steward dem Finanzausschuss des Parlaments.
Er verkündete außerdem:
„Wir geben jetzt sofort Warnungen heraus, wir führen mehrmals täglich Internet-Scans durch und veröffentlichen die Warnungen innerhalb von 24 Stunden, sodass sie stets aktuell sind.“
Durch schnelle Warnungen lässt sich nicht nur die Zahl der Opfer reduzieren, sondern Banken können auch erkennen, welche Personen auf der Warnliste stehen und entsprechend vorsichtig bleiben, erklärte Steward. Dies bedeutet, dass Kreditgeber die Identität von Kunden, die möglicherweise in betrügerische Aktivitäten verwickelt sind, überprüfen können, bevor sie Zahlungen für solche Kriminellen entgegennehmen.
Er merkte außerdem an, dass Online-Finanzbetrug zwar nicht so weit verbreitet sei wie traditioneller Bankbetrug, aber dennoch zunehme und von Kriminellen genutzt werde, um sensible Kundendaten zu stehlen.
Laut der britischen Organisation Action Fraud verloren Opfer von Anlagebetrug im vergangenen Jahr bis zu 83 Millionen Pfund (89 Millionen US-Dollar). Dies entspricht fast einem Zehntel der insgesamt 784 Millionen Pfund, die im Vorjahr durch Finanzbetrug verloren gingen.
Google erhält von der FCA außerdem Geld für die Online-Veröffentlichung der Warnung. Steward erklärte, Google habe dem Unternehmen eine Gutschrift für zukünftige Warnungen angeboten.
„Die Ironie, dass wir Social-Media-Plattformen dafür bezahlen müssen, Warnungen vor Werbung zu veröffentlichen, von der sie selbst Geld erhalten, ist uns durchaus bewusst.“" Steward sagte.
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Großbritannien hat ein Gesetz gegen „Online-Schadensrisiken“ vorgeschlagen, das jedoch keine Verpflichtung für Social-Media-Unternehmen vorsieht, die Seriosität von Firmen zu überprüfen, die für Finanzprodukte werben.
Die FCA möchte solche Überprüfungen jedoch gesetzlich vorschreiben.
Der Abgeordnete Anthony Browne mahnte, sich nicht von den tiefen Taschen der Social-Media-Unternehmen einschüchtern zu lassen, und behauptete, Google selbst könne sich durch Werbebetrug schuldig machen.
Steward betonte außerdem, dass der Ball nun bei den Social-Media-Unternehmen liege und es daher in ihrer Verantwortung liege, die zunehmenden Online-Finanzbetrügereien zu bekämpfen.
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